I. Kapitel: Einführung in die Soteriologie

 

In der Christologie befaßten wir uns mit der Person und dem Werk Jesu Christi - d.h. mit dem Erlöser und der Erlösung. Jetzt geht es um die Aneignung des für uns vollbrachten Heils. Während wir in der Christologie die objektiven Heilstatsachen betrachteten, studieren wir nun die subjektive Seite des Heils. Diese beginnt mit der "Bekehrung". Sie ist das Schlüsselerlebnis für das Heil. Die Bekehrung beschreibt die Aneignung des Heils aus der Sicht des Menschen. Die Sicht Gottes betrachten wir im Kapitel über die Wiedergeburt.

Folgende Begriffe werden in der Bibel gebraucht, um "Bekehrung" auszudrücken:

Schon im AT finden wir den Ausdruck "bekehren" häufig (ca. 120x im theologischen Sinn). Durch "schub" wird der Gedanke der Umkehr oder Rückkehr zu Gott ausgedrückt.

Jes 31,6 "Kehrt um, ihr Israeliten, zu dem, von welchem ihr so sehr abgewichen seid!"

Der vollständige Inhalt der Bekehrung wird deutlich in:

1.Thess 1,9 "Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott"
Apg 26,18 "um ihnen die Augen aufzutun, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich."
Apg 14,15 "Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie ihr und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen Göttern zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat."

Bekehrung bedeutet: Abkehr und Hinkehr (Zukehr).

Bekehrung setzt sich zusammen aus Buße und Glauben!

Hebr 6,1 "Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden; wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken, mit dem Glauben an Gott"
Apg 26,20 "sondern verkündigte zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und im ganzen jüdischen Land und dann auch den Heiden, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren und rechtschaffene Werke der Buße tun."
Apg 11,21 "Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn."

Das Hauptwort "Bekehrung" kommt im NT nur 1x vor.

Apg 15,3 "Und sie wurden von der Gemeinde geleitet und zogen durch Phönizien und Samarien und erzählten von der Bekehrung der Heiden und machten damit allen Brüdern große Freude."

Es scheint ein so klarverstandener Begriff zu sein, daß er keines Zusatzes bedurfte.

Bekehrung ist aber nicht der Verdienst des Menschen, denn er kann sich nicht bekehren, wann er will. Es ist das Angebot der Gnade Gottes, das angenommen werden muß.

Joh 6,44 "Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage."
Jer 31,18 "Ich habe wohl gehört, wie Ephraim klagt: 'Du hast mich hart erzogen, und ich ließ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht gelernt hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, Herr, bist mein Gott!"
Hebr 3,7 "Darum, wie der heilige Geist spricht: 'Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet"

 

 

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