V. Kapitel: Die Heilsgewißheit

 

Wir sprechen von einer:

 

1. Die Grundlage der Heilsgewißheit

Die Grundlage der wahren Heilsgewißheit ist Gottes Wort. Die Heilsgewißheit steht oder fällt mit dem Glauben an die volle Inspiration der Bibel durch den Heiligen Geist.

Joh 20,31 "Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen."
1.Joh 5,13 "Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wißt, daß ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes."

Das Wort redet von der Heilstatsache, nämlich von Jesus Christus und Seinem Werk. Und aus dem Wort kommt die Heilsverkündigung.

Röm 10,17 "So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi."

Aus dem Wort kommt auch der Glaube an das Heil, also die Heilserfahrung. Die Grundlage unserer Heilsgewißheit ist folglich nur das Wort. Wahre Heilsgewißheit liegt völlig außerhalb des Menschen und ist unabhängig vom Menschen und seinem Tun.

 

ILLUSTRATION:

Deshalb ist sie schwankend wie alles im Menschen.

 

2. Die Entstehung der Heilsgewißheit

 

a) durch den Glauben

Das Wort Gottes kann nur durch den Glauben vom Menschen empfangen werden. Die Heilstatsache wird durch den Glauben zur Erfahrung und zur Gewißheit. Bei Johannes finden wir immer wieder den Satz: "Wer glaubt, der hat". So gründet sich auch die Heilsgewißheit auf den Glauben.

Joh 3,36a "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben."

Vorsicht: Es geht nicht nur um einen Kopfglauben, auch nicht um einen bloßen Bejahungsglauben (Orthodoxie), sondern um den lebendigen Glauben (s.d.).

 

b) durch den heiligen Geist

Es ist die Aufgabe des Heiligen Geistes im Heilsplan Gottes, uns darzureichen, was Jesus Christus vollbracht hat.

Röm 8,14+16 "Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. [...] Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind."

Dies geschieht vor allem durch das von Ihm gegebene und erleuchtete Wort wie z.B.:

Jes 43,1 "Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein!"
Joh 5,24 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen."
Röm 8,38-39 "Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

Die wahre Heilsgewißheit ist das Werk des Heiligen Geistes in uns. Falsche "Heilsgewißheit" entsteht durch eigene menschliche oder kirchliche Anstrengung. Sie ist Eigenproduktion und kann zum Fanatismus (Festhaltenwollen an unbegründeten und unerreichbaren Zielen) werden.

 

3. Der Inhalt der Heilsgewißheit

Das erfahrene Heil muß dem von Christus erworbenen Heil entsprechen. Wir unterscheiden zwischen:

Jesus hat ein vollkommenes Heil erworben, das den ganzen Menschen - die ganze Schöpfung umfaßt. Es gibt nur das eine Heil für jetzt und einst.

Was wir jetzt haben, können wir den Heilsbesitz des Glaubens nennen (Heilserfahrung):

Eph 2,8 "Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es"

Was wir einst haben werden, nennen wir den Heilsbesitz der Hoffnung (Heilsverheißung):

Röm 8,24-26 "Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen."

Die wahre Heilsgewißheit hat das Heil, das ich jetzt und einst erfahre, zum Inhalt. Ihr Inhalt umfaßt alles, was Jesus Christus getan hat.

1.Joh 3,14 "Wir wissen, daß wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod."
Joh 5,24 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen."

Der Inhalt der falschen "Heilsgewißheit" sind eigene Werke, religiöses Tun, menschliche Tradition und vor allem auch persönliche Erfahrungen.

1.Joh 5,10 "Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn."

 

4. Die Wirkung der Heilsgewißheit

Die Wirkung der Heilsgewißheit ist ein frohes, erlöstes Glaubensleben. Ein Mensch ohne Heilsgewißheit ist entmutigt und niedergeschlagen.

 

ANREGUNG:

 

a) ein neues Verhältnis zu Gott

Wir erleben ein neues Verhältnis zu Gott - ein völlig neues Leben:

Hebr 10,19 "Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum,"

Weil wir mit Gott in einem neuen, bereinigten Verhältnis stehen, erleben wir Freudigkeit in unserem Gebetsleben.

 

ANREGUNG:

 

b) ein neues Verhältnis zu den Menschen

Durch die Heilsgewißheit wird auch unser Verhältnis zu den anderen Menschen neu. Es entsteht ein neuer Dienst:

Apg 4,20 "Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben."

Aus der Heilsgewißheit kommt Mut zum Zeugnis und Dienst. Was wir erfahren haben, treibt uns zu den anderen, damit auch sie es erleben.

Die Wirkung der falschen "Heilsgewißheit" ist Selbstsicherheit. Diese wird leicht erschüttert und schlägt dann schnell um in Verzagtheit und Verzweiflung (an sich selbst und anderen).

 

ANREGUNG:

"Kann der Wiedergeborene wieder verloren gehen?"

Diese Frage hat zu allen Zeiten die Gemeinde Jesu Christi stark beschäftigt. Wir wollen in einem Exkurs auf diese Frage eingehen.

 

ZUSAMMENFASSUNG:

Hiob 19,25 "Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben."
Röm 8,38-39 "Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

Wir wollen unser Thema beschließen, indem wir eine Reihe Bibeltexte auf uns einwirken lassen:

Hiob 19,25-26

Ps 31,6

Jes 43,1-2

Jes 51,6

Jes 54,10

Joh 1,12-13

Joh 3,36

Joh 5,24

Joh 10,28

Röm 5,1+9-10

Röm 8,11+38-39

1.Kor 1,8-9

1.Kor 6,11

Phil 1,6

1.Thess 5,23-24

2.Thess 3,3

2.Tim 1,12

2.Tim 2,13

1.Joh 5,12-13

Jud 24