II. Kapitel: Der Ursprung des Menschen

 

1. Die Schöpfung des Menschen

 

a) eine geplante Schöpfung

Gott offenbart uns in Seinem Wort nicht, warum Er die Erde schuf. Es ist daher müßig, sich hierüber Spekulationen hinzugeben. Aber wir erfahren, "wozu" Er sie geschaffen hat.

Röm 11,36 "Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen."
Kol 1,16 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen."

Die Schöpfung ist eine Selbstverherrlichung Gottes. Häufig gebraucht der Heilige Geist die Tatsache der Schöpfung, um die Herrlichkeit Gottes darzustellen.

Jes 40,26+28 "Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von ihnen fehlt. [...] Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich."
Jes 45, 18 "Denn so spricht der Herr, der den Himmel geschaffen hat - er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat - er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, daß sie leer sein soll, sondern sie bereitet, daß man auf ihr wohnen solle: Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr."
Apg 17,24 "Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind."

Wir könnten noch viele Stellen anführen wie zum Beispiel:

Jes 40,12-28

Hiob 38,1-11+31-41

Hiob 40,1-14

Hiob 42,1-6

Ps 104

 

ANREGUNGEN:

 

Der Erschaffung des Menschen ging eine göttliche Erklärung voraus:

1. Mose 1,26a "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, ..."

Wir Menschen - Du und ich - wir sind gottgeplant und gottgewollt!

Als Gott den Menschen schuf, ging Er nicht planlos ans Werk. Der Mensch hat ein Gegenstück, ein Vorbild im Himmel.

1.Mose 1,26a "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, ..."
1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib."

 

b) eine übernatürliche Schöpfung

Gott schuf die Welt, das ganze Universum, ohne präexistente Materie zu benutzen! Er schuf aus "dem Nichts". Eine solche Schöpfung wird als Schöpfung ex nihilo bezeichnet. Alle Materie hat hier ihren Ursprung!

Röm 4,17b "... vor Gott, dem er geglaubt hat, der die Toten lebendig macht und ruft das, was nicht ist, daß es sei."

Die organischen Substanzen (Pflanzen, Landtiere und der Mensch; von Vögeln und Wassertieren wird dies nicht ausdrücklich gesagt) wurden aus der bereits geschaffenen Materie gemacht.

1.Mose 1,24a "Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier..."
1.Mose 2,7a "Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker..."

Entgegen aller sogenannten "Wissenschaft" über Evolution halten wir an der Offenbarung Gottes fest, daß die Erschaffung der Welt ein plötzlicher Akt war und keineswegs ein sich höher entwickelnder Vorgang.

Ps 33,9 "Denn wenn er spricht, so geschieht's; wenn er gebietet, so steht's da."

Auch der Mensch entstand durch einen direkten Schöpferakt Gottes. Er ist ein Wunder, das aus Gottes Schöpferhand hervorging. Jede Theorie über einen andersartigen Ursprung des Menschen ist hiermit widerlegt!

1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen ..."
1.Mose 2,7 "Da machte Gott der Herr den Menschen ..."

Noch an anderen Stellen legt die Bibel Zeugnis von der Erschaffung des Menschen ab:

1.Mose 5,1 "Dies ist das Buch von Adams Geschlecht. Als Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes"
5.Mose 4,32 "Denn frage nach den früheren Zeiten, die vor dir gewesen sind, von dem Tage an, da Gott den Menschen auf Erden geschaffen hat, ..."
Mt 19,4 "Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau"
1.Kor 11,9 "Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen."

1.Mose 2,7 zeigt uns, wie Gott den Menschen schuf. Wie gewaltig ist doch die Hand Gottes! Aus Erde vom Acker macht Gott den Leib des Menschen!

1.Mose 2,7 "Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen."

Noch wunderbarer ist der Hauch aus dem Munde Gottes, der diesem leblosen Leib Geist und Leben gibt. Durch den Geist unterscheidet sich der Mensch vom Tier. Kein Tier kann eine Beziehung zu Gott aufnehmen. Aber jeder Mensch hat ein Gottesbewußtsein (Röm 1,21). Der Mensch ist also nicht dem Grade, sondern dem Wesen nach vom Tier unterschieden. Es ist dieser "Odem", der dem Menschen das Leben gab.

Hiob 33,4 "..., und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben."

Dieser Hauch aus Gottes Mund darf nicht gleichgesetzt werden mit dem ewigen Leben (z.B. Joh 3,16). "Ewiges Leben" ist "Anteilnahme an der göttlichen Natur" (2.Petr 1,4). "Odem" in 1.Mose2,7 ist nicht göttliches Leben, sondern gibt Leben. Der Mensch lebt ewig.

Eine übernatürliche Schöpfung kann von einem natürlichen Menschen nicht begriffen werden. Wir können sie weder beweisen noch "wissenschaftlich" nachvollziehen. Wir können nur Gottes Offenbarung über den Ursprung des Menschen weitergeben.

Hebr 11,3 "Durch Glauben erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so daß alles, was man sieht, aus nichts geworden ist."

Der Schöpfungsbericht in 1.Mose 1+2 will uns nicht nur sagen, daß Gott die Welt erschaffen hat, sondern auch wie Er sie schuf. Wenn Gott gar nicht beabsichtigt hätte, uns zu sagen, wie Er die Welt schuf - wie viele Menschen meinen -, warum hat Er es dann getan? Letztlich geht es auch hier um die Autorität des Wortes Gottes.

Hiob 38,4 "Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir's, wenn du so klug bist!"

 

ANREGUNGEN:

Joh 1,13 "die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind."
2.Petr 1,4 "durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt."

- kein Atheismus => GOTT schuf...

- kein Polytheismus => Elohim schuf (Singular!)...

- kein Pantheismus => GOTT und die Welt sind getrennt

 

c) eine umfassende Schöpfung

Gott hat ein ganzes, voll ausgebildetes Universum geschaffen. Die Schöpfung trägt den Anschein eines gewissen Alters, d.h. Gott schuf Bäume "..., die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist." (1.Mose 1,12). Er schuf erwachsene Menschen, und Vögel, die nie aus einem Ei schlüpften. Selbst das Licht von Sternen, die Jahrmillionen von Lichtjahren entfernt sind, schien im Moment der Schöpfung bereits auf die Erde.

Diese Schöpfung ist umfassend.

Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist."

10x findet sich in 1.Mose 1 der Ausdruck "... ein jedes nach seiner Art". Jede Tier- und Pflanzenart findet in der Schöpfung ihren Ursprung. Innerhalb einer Art können seitdem Veränderungen vorkommen (z.B. durch geographische Einflüsse, Degeneration, Züchtung, usw., aber auch durch den göttlichen Fluch, der dem Sündenfall folgte). Aber niemals entstand oder entsteht eine neue Art.

Zusammenfassend läßt sich sagen: alles und jedes geht auf den direkten Schöpferakt Gottes zurück, so wie er uns in 1.Mose 1 berichtet ist.

Dies gilt auch für die Menschheit. Die Bibel lehrt eindeutig, daß alle Menschen von den ersten beiden Menschen, Adam und Eva, abstammen.

Apg 17,26 "Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschen-geschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen."

Wir glauben nicht an die Existenz einer präadamitischen (vor Adam) oder einer paraadamitischen (neben Adam) Menschheit. Für die Einheit der Menschheit finden sich in der Bibel noch folgende Hinweise:

Röm 5,12 "Deshalb wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben."
1.Kor 15,22 "Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden."

 

ANREGUNG:

Diese Lehre der Schrift wird auch zunehmend von verschiedenen wissenschaftlichen Erkenntnissen bestätigt:

 

d) eine vollkommene Schöpfung

1.Mose 1,31 "Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag."

Gottes Schöpfung war vollkommen. Bereits im Bericht von den einzelnen Schöpfungstagen finden wir 6x: "Und Gott sah, daß es gut war." (Vers 4,10,12,18,21 und 25).

Der Tod (und mit ihm Krankheit, Gebrechen und Alter) kamen erst nach dem Sündenfall auf die Erde. Selbst die heutigen Raubtiere waren, wie natürlich auch der Mensch, reine Vegetarier:

1.Mose 1,30 "Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so."

 

2. Die Bestimmung des Menschen

Für den heutigen ungläubigen Menschen liegt zwischen einer ungeklärten Herkunft und einer unsicheren Zukunft die kritische Frage nach dem Sinn im Leben. Diese unbeantwortete Frage macht den Menschen seelisch krank und verführt ihn, irgendeinen "Ersatzsinn" zu suchen. Oft wird er dann zum Sklaven irgendwelcher "Ziele". Zu oft kann selbst Freizeitgestaltung lediglich eine Verdrängung dieser Frage sein.

Die vermehrte Suche nach einem Sinn im Leben bietet uns einen Anknüpfungspunkt für die Verkündigung, der vor allem bei Jugendlichen auf große Offenheit stößt. Die Bibel gibt uns eine Antwort, ja, nur die Bibel kann uns Antwort geben. Weil der Mensch ein ewiges Wesen ist, kann sich der Sinn des Lebens nicht nur auf die irdische Existenz beziehen.

Pred 3,11 "Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur daß der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende."

Das bedeutet, daß wir den eigentlichen Sinn im Leben nur aus Gottes Offenbarung erfahren können. Alle anderen Quellen und Versuche müssen in die Irre führen.

Wir wollen aber das Studium der Bestimmung des Menschen nicht nur im Blick auf andere und unsere Verkündigung für andere vornehmen, sondern wir wollen beachten, daß auch unser Leben als Kinder Gottes herausgefordert wird.

 

a) zur Gemeinschaft

 

(1) zur Gemeinschaft mit Gott

- Die Voraussetzung zur Gemeinschaft ist eine gewisse Ebenbürtigkeit - eine "Verwandtschaft".

1.Mose 1,27 "Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib."
Jes 43,6-7 "Ich will sagen zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe."
Kol 1,16 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen."

 

- Der Wille zur Gemeinschaft ist die Liebe.

Gemeinschaft heißt Hingabe an den anderen. Gott, der die Liebe ist, liebt uns Menschen.

1.Joh 4,16a "Gott ist die Liebe; ..."

Die Erlösungstat Christi entspringt der Liebe Gottes zu uns, in Seinem Willen zur (erneuerten) Gemeinschaft mit Seinem Geschöpf:

Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."
1.Joh 4,16 "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm."

Da Liebe der Wille zur Gemeinschaft ist, sehen wir leicht ein, warum die Liebe zu Gott das höchste und größte Gebot ist.

Mt 22,37 "Jesus aber antwortete ihm: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.' Das ist das höchste und größte Gebot."

 

- Die Form der Gemeinschaft mit Gott ist Anbetung.

Die Anbetung richtet sich auf die Person Gottes aus. Die hebräische Sprache kennt kein Wort, mit dem wir den deutschen Begriff "Dank" übersetzen könnten. Für den Juden ist "Danksagung" immer Anbetung und Lobpreis. Anbetung ist Ausfluß der Liebe zu Gott.

Für Adam bedeutete das Leben im Garten Eden (in der Gegenwart Gottes) die Erfüllung dieser Bestimmung. Für uns Gläubige ist es das Leben im Glauben. Der Glaube kommt aus dem Wort Gottes.

Röm 10,14+17 "Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? [...] So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi."

Also sind unsere Bibellese, unser Predigtbesuch usw. eine Befriedigung der Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott.

Ps 42,2-3 "Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?"

Der Ungläubige kennt diese Gemeinschaft mit Gott nicht. So kann er in seinem Leben gar keinen Sinn sehen, - in Wirklichkeit kennt er das Leben nicht.

Joh 17,3 "Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen."

Sein ganzes Leben verbringt er auf der Suche nach etwas, was ihm fehlt. Alle seine Versuche müssen fehlschlagen!

Aber Gott will Gemeinschaft mit dem Menschen haben. Seit der durch die Sünde herbeigeführten Trennung zwischen Ihm und dem Menschen offenbart Er sich als ein suchender Gott.

1.Mose 3,9 "Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?"

 

(2) zur Gemeinschaft mit Menschen

Der Mensch ist primär zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen. Aber Gott schuf den Menschen als Sozialwesen, zur Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen.

1.Mose 1,27 "... und schuf sie als Mann und Weib."
1.Mose 2,18+24 "Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. [...] Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch."

Heute wird die Vereinsamung des Menschen ein immer größeres Problem. Von Methoden der Gruppenpädagogik, Gruppendynamik oder ähnlichem erhofft(e) man sich Abhilfe, aber die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück. Horst-Klaus Hofmann schreibt in seinem Büchlein "Psychonautik stop":

"Mit Besorgnis beobachten immer mehr Erzieher, Seelsorger und Gemeindeglieder, wie die sogenannte Gruppenerfahrung empfindlicher macht für eigene wachsende Bedürfnisse und Kränkungen, und wie zugleich die Empfindsamkeit für die Not anderer und ihr Verletztsein abnimmt."

Erst wenn der Mensch in Gemeinschaft mit Gott (seiner primären Bestimmung gemäß) lebt, wird er durch den Heiligen Geist fähig, auch mit seinen Mitmenschen Gemeinschaft zu haben.

1.Joh 1,7 "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde."

Dann schenkt uns Gott das, was die Sozialwissenschaftler vergebens suchen, nämlich die Fähigkeit zur Gemeinschaft. Die darf (muß) dann eingeübt werden.

Der Verlust der vertikalen Dimension (Gemeinschaft mit Gott) bringt eine falsche Betonung der horizontalen Dimension (Gemeinschaft unter Menschen) hervor. So begegnet uns, nach der Auffassung mancher moderner Theologen, Gott im Nächsten. Meinen Gottesdienst erfülle ich demnach in der sozialen Verantwortung am Nächsten. Das ist die traurige Verkürzung einer biblischen Theologie auf eine horizontale, humanistische Theologie. Daraus resultiert dann das soziale Evangelium, das sogar das Betreiben einer wirtschaftlichen Revolution noch als Missionsarbeit versteht!

 

ANREGUNGEN:

- unseren Gemeinden
- in (ökumenischen) Missionswerken
- in zeitgenössischen Strömungen (z.B. Befreiungs-Theologie)

 

b) zur Herrschaft

Gott vertraute dem Menschen Seine Schöpfung an:

Eph 2,1 "Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden,"

1.Mose 1,28 "Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht."

Dazu gehörten auch folgende Aufgaben:

1.Mose 2,15 "Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte."
1.Mose 2,20 "Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; ..."

Wie schnell aber ist der Herrscher über die Erde durch den Sündenfall zum Beherrschten geworden! So hat er auch diese zweite Bestimmung in seinem Leben eingebüßt. Statt zu herrschen, wird nun er von Drogen, Alkohol, Nikotin, Mode, Fernsehen u.ä. beherrscht. Ein solcher Mensch kann kein erfülltes Leben führen.

Wie gewaltig ist die Freiheit, die wir durch Christus neu geschenkt bekommen!

Gal 5,13 "Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, daß ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern."

 

ANREGUNGEN:

- über die Natur um uns (Garten, Umwelt, usw.)
- über die Natur an uns (Haare, Körperpflege, usw..)
- über die Natur in uns (Triebe)

 

c) ewig zu leben

Gottes Plan sah vor, daß der Mensch ewig (im Garten Eden) leben sollte. Durch den Sündenfall verlor der Mensch diese Möglichkeit und wurde unter den Fluch des Todes gestellt. Erst durch Jesus Christus kann er wieder zu dieser Bestimmung zurückkommen:

Joh 10,10b "Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen."
Joh 14,19b "Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben."

In der Sehnsucht des Menschen nach Leben liegt einer der besten Anknüpfungspunkte für unsere Evangelisationsarbeit. Nicht nur Worte, sondern auch ein mit Christus erfülltes Leben ist als Zeugnis gefordert!

2.Kor 5,15 "Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist."